Aktivitäten des Kulturreferenten

1. Veranstaltungen im Kulturforum im Sudetendeutschen Haus in München

z. B. Projekt Gemeinsames kulturelles Erbe bewahren

In regelmäßigen Abständen werden im Sudetendeutschen Haus in München tschechische Initiativen vorgestellt, die sich in Tschechien vor Ort für die Wahrung des deutsch-böhmischen Kulturerbes - ob geistig-historischer und wissenschaftlicher Natur oder im Rahmen konkreter Bau- und Restaurierungsprojekte - einsetzen.

Weitere Lesungen, Vorträge, Ausstellungen etc. siehe unter: Veranstaltungen

2. "In Böhmen und Mähren geboren - bei uns (un)bekannt?"

Ausstellungs- und Buchprojekt

Das Projekt wurde 2009 auf der Grundlage einer alten Ausstellung grafisch neu gestaltet und professionalisiert. 14 moderne und leicht transportable Roll-up-Tafeln präsentieren zwölf ausgewählte Lebensbilder von in Böhmen und Mähren geborenen, bekannten Persönlichkeiten, die dem deutschen Kultur- und Sprachkreis entstammen. Die Kurzbiografien erläutern u. a. den speziellen Bezug dieser Menschen zu ihrer Heimat, ergänzt von Fotografien, die Geburtshäuser, Gedenktafeln, Denkmäler, Landschaftsaufnahmen usw. zeigen. Zu den vorgestellten Persönlichkeiten gehören u. a. Sigmund Freud, Oskar Schindler, Otfried Preußler, Bertha von Suttner, Gustav Mahler, Adalbert Stifter und Ferdinand Porsche.

Die Ausstellung ist konsequent zweisprachig (deutsch-tschechisch). Sie kann, falls Buchvitrinen vor Ort verfügbar sind, auch um die Präsentation von Publikationen, Zitaten etc. von und über diese Persönlichkeiten ergänzt werden.

Weitere Informationen zur Ausstellung

 

2009 erschien eine überarbeitete und erweiterte Neuauflage der bereits zwei Jahre zuvor erschienenen Erstauflage. Auch eine tschechische Textversion ist erhältlich.

Rathaus von Bergreichenstein

 

3. Regional- und kulturgeschichtliche, grenzüberschreitende Seminare und Tagungen

Alljährlich veranstaltet der Kulturreferent in Kooperation mit weiteren deutschen und tschechischen Institutionen grenzüberschreitende Seminare und Tagungen, in dem regional- und kulturgeschichtliche Vorträge sowie ggf. auch  Themenwanderungen angeboten werden. Zur Zeit werden diese Seminare an ausgesuchten Orten im Böhmerwald und Südböhmen abgehalten.

 

 

 

4. Studien- und Bildungsreisen nach Böhmen, Mähren und Mährisch-Schlesien

Mindestens einmal pro Jahr werden (nicht kommerzielle) Studienreisen und Exkursionen in die Tschechische Republik angeboten. Dabei stehen Kultur, Geschichte und Traditionen der jeweiligen Bezugsregion im Mittelpunkt der Reise. Zudem wird besonders das Gespräch mit Menschen und Initiativen vor Ort in Tschechien gesucht. Die organisatorische und wissenschaftliche Reisebegleitung übernimmt der Kulturreferent in Zusammenarbeit mit weiteren Institutionen vor Ort in der Regel selbst. Eine wichtige Zielgruppe sind außerdem Studenten der Bohemistik, Geschichte, Kultur-und Politikwissenschaften.

Bereits "bereiste Regionen": Isergebirge, Adlergebirge, Österreichisch-Schlesien bzw. Altvatergebirge, Riesengebirge, Südböhmen und Böhmerwald, Egerland, Westböhmen, Elbregionen in Mittelböhmen und Nordböhmen, Südmähren.

 

 

Horst Stölzig beim Zeitzeugengespräch im Prager Gymnasium Na Zatlance mit zwei tschechischen Schülern

5. Zeitzeugen-Gespräche zum Thema Flucht und Vertreibung

Schwerpunktmäßig zielt das Projekt auf Schulen mit tschechischen Partnerschulen bzw. Schulen im bayerisch-sächsisch-böhmischen Grenzland ab. Interessierte Lehrkräfte bzw. Interessenten aus dem Bereich der Bildungsarbeit können dazu gerne weitere Informationen erhalten.
Regelmäßig veranstaltet der Kulturreferent in Zusammenarbeit mit Geschichts- oder Sozialkunde-Lehrern Zeitzeugengespräche zum Thema Flucht, Vertreibung, Integration an Schulen. Dies kann in Form einer Diskussion mit den Schülern, aber auch durch eine Lesung von Zeitzeugen aus ihren Erinnerungen bzw. Schriftstellern geschehen. Mögliche Veranstaltungsorte sind sowohl Haupt- und Realschulen als auch Gymnasien.

Bislang wurden u. a. Veranstaltungen dieser Art durchgeführt:

22.-24.Oktober 2002 mit Annelies Schwarz/Misselwarden im Regental-Gymnasium Nittenau, Robert-Schuhmann-Gymnasium Cham und in der Volks- und Hauptschule Eslarn

5.-6.Mai 2003 mit Horst Stölzig im Landgraf-Leuchtenberg-Gymnasium Grafenau (2 Veranstaltungen)

5.-7. Mai 2004 mit Christa Anna Dvorak im Gymnasium Landau/Isar (zwei Veranstaltungen) und im Joseph-von-Fraunhofer Gymnasium Cham

22. März 2006 mit Horst Stölzig in Bonn - Begleitveranstaltung zur Ausstellung Flucht Vertreibung Integration im Haus der Geschichte

5. April 2006 mit Hugo Fritsch/Rettenschöss im Gymnasium Landau/Isar (2 Veranstaltungen)

26.-27.September 2007 mit Elfriede-Wojaczek-Steffke/Berlin im Schiller-Gymnasium Pirna und bei der Brücke-Most-Stiftung Dresden

26. November 2008 mit Hugo Fritsch am Haus der Heimat in Stuttgart

30. September 2010 mit Horst Stölzig am Gymnasium Na Zatlance in Prag

 

6. Projekt "Die Stadt ohne Juden"

Das vom Multikulturní Centrum Praha initiierte und aus europäischen Mitteln geförderte Projekt "Die Stadt ohne Juden" (The city without Jews) ist ein fünfzehnmonatiges Bildungsprojekt (Dezember 2013-Mai 2015). Sein Ziel ist es, mit Hilfe einer interaktiven elektronischen Karte von Prag und von Stadtrundgängen in der böhmischen Metropole die Ereignisse der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts zu vermitteln, die so tragisch in das Vorkriegs-Zusammenleben von Tschechen, Deutschen und Juden eingriffen und so der reichen multikulturellen Geschichte Prags einen harten Schlag versetzten.

Das Projekt gründet auf einer intensiven Kooperation zwischen Fachleuten und Schülern der Mittelschulen, die auf der Grundlage von Textmaterialien und audiovisuellen Quellen in Archiven diese Karte zusammenstellen werden.

Die Karte illustriert u. a. die fortschreitende Abschottung des städtischen Raums gegenüber Einwohnergruppen , die als rassisch oder ethnisch andersartig bezeichnet wurden, was am Ende ihre Ausrottung zur Folge hatte. Mit der Sichtbarmachung ihrer Schicksale auf der Karte des heutigen Prag hebt sich somit das ab, was als Vermächtnis dieser Intoleranz bezeichnet werden kann , Orte der "Leere", in die das Vorkriegsleben in seiner multikulturellen Vielfältigkeit nie mehr zurück gekehrt ist. 

Die Stadtrundgänge auf der Grundlage der Karte ermöglichen einen Einstieg in die vergessene Vergangenheit der heutigen Stadtlandschaft Prags. Sie werden Schülern tschechischer und ausländischer Schulen sowie der breiteren Öffentlichkeit angeboten.

Im aktuellen, weiteren Kontext werden - in Kooperation mit Partnerorganisationen - Themen wie Ausländerfeindlichkeit, Rassismus, Intoleranz in eine Abschlusskonferenz sowie in eine Reihe von Podiumsdiskussionen für die breite und fachliche Öffentlichkeit in Städten wie Wien, Warschau, München und Bratislava (Preßburg) diskutiert. Der Münchner Projektpartner ist der Kulturreferent für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein.

Dank der Kooperation mit internationalen Partnern wird die Karte nicht nur um Hinweise auf die Geschichte der Länder ergänzt, in denen sich die Partnerorganisationen befinden, sondern auch ein Erfahrungsaustausch erreicht und die Zielgruppe des Projekts erweitert.

 

Hier geht es zum Projekt des Multikulturní centrum Praha und zur Karte:

http://praha.mkc.cz/

 

 

 

7. Vortragsangebote des Kulturreferenten

Der Kulturreferent für die böhmischen Länder bietet an, u. a. über folgende Themen zu referieren:

  • (Sudeten)deutsch-tschechische Beziehungen nach 1989
  • Beziehungen zwischen der ČSSR und der DDR bzw. der KPČ und der SED (Schwerpunkt sechziger Jahre einschließlich des Prager Frühlings)
  • Zeitzeugenprojekte mit Vertriebenen in Schulklassen - Tipps und Erfahrungen
  • In Böhmen und Mähren geboren - bei uns bekannt? Ausgewählte Lebensbilder
  • Kulturreferent für die böhmischen Länder - Institution, Aufgaben, Projekte