23.03.2017

Joseph Wenzel Radetzky

Marschall unter seinen Tschechen. Rezeption, Nachleben, Denkmal. Vortrag von Zdeněk Hojda (Prag)

In der Reihe "Böhmische Biografien"
München, Sudetendeutsches Haus , Hochstr. 8, 19:00 Uhr

Der Prager Historiker Zdeněk Hojda befasst sich schon vielen Jahren mit dem Leben und der Rezeption von Johann Joseph Wenzel Anton Franz Karl Graf Radetzky von Radetz (1766-1858). Der in Trebnitz bei Seltschan geborene, mit insgesamt knapp 150 Orden ausgezeichnete Radetzky diente fünf österreichischen Kaisern und wurde auf Grund seiner Erfolge 1848/49 bei der Niederschlagung nationalitalienischer Aufstände bekannt. 

Der 1848 von Johann Strauss d. Ä. komponierte, zackige Radetzky-Marsch ist den meisten präsent, Joseph Roth setzte diesem in seinem Roman Radetzkymarsch von 1932 über den Untergang der Habsburger-Monarchie ein weiteres Denkmal. Radetzkys Figur inspirierte aber auch Schriftsteller wie Franz Grillparzer (Ode mit der bekannten Zeile "In deinem Lager ist Österreich“). 

In Tschechien hat sich die Beschäftigung mit seinem historischen Erbe in jüngster Zeit intensiviert. So wird ernsthaft über die Wiederaufstellung des 1919 beseitigten Radetzky-Denkmals auf der Prager Kleinseite diskutiert, für das sich ein Verein (spolek pro obnovení pomníku maršála Radeckého) bestehend u. a. aus Historikern, Sympathisanten der Monarchie etc. stark engagiert. Am Gebäude des Seltschaner Museums wurde zu seinem 250. Geburtstag im November 2016 eine Gedenktafel für ihn enthüllt, ebenso erschien ein Sammelband mit dem Titel Od vojvůdce k pomníku (Vom Militärführer zum Denkmal).

Zdeněk Hojda leitete nach seinem Studium der Geschichte und des Archivwesens das Archiv der Nationalgalerie Prag. Seit 1990 lehrt er an der Karlsuniversität, sein besonderes Interesse gilt der Geschichte der bildenden Kunst und der Kulturgeschichte Böhmens.

 

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