04.04.2017

Weggefährten, Gegner, Nachbarn

Vortrag von Jiří Padevět in der Reihe "Mein Weg zu unseren Deutschen"

 

München, Sudetendeutsches Haus, Hochstr. 8, 19 Uhr

 

Jiří Padevět, geb. 1966 in Prag, absolvierte ein Studium der Geodäsie, arbeitete als Buchhändler und leitet heute den Prager Academia-Verlag. Sein Interesse konzentrierte sich in den letzten Jahren auf die Geschichte des tschechischen Widerstands gegen die NS-Besatzung, die Geschichte der Shoa und die Vertreibung der Sudetendeutschen. Wiederholt plädierte er für einen offenen Umgang mit der Geschichte, wozu ein angemessenes Gedenken an die Helden genauso gehöre wie eine kritische Auseinandersetzung mit eigenen Verfehlungen.

Für das Buch Průvodce protektorátní Prahou (Führer durch Prag in der Zeit des Protektorats) erhielt er den Preis Magnesia litera. Seine bislang leider nur auf tschechisch erschienenen Veröffentlichungen Krvavé finále (Blutiges Finale, 2015) über die letzten Kriegswochen in Böhmen und Krvavé léto (Blutiger Sommer, 2016) über die Nachkriegsgewalt und die Vertreibung der Sudetendeutschen 1945 waren in Tschechien Bestseller. Zusammen mit Pavel Šmejkal gab er 2016 Anthropoid (auch in deutscher Sprache erschienen) heraus, in dem die Umstände des Attentats auf Reinhard Heydrich näher beleuchtet werden.

Seine besondere Liebe gehört dem Schriftsteller Karel Hynek Mácha, dazu veröffentlichte er 2010 das Buch Cesty s Karlem Hynkem Máchou  (Auf den Spuren von Karel Hynek Mácha).

Jiří Padevět über seine Arbeit mit schwierigen Themen der deutsch-tschechischen Geschichte: "Jeder Fall hat einen konkreten Täter und ein Opfer - und das muss man auch deutlich als solches bezeichnen. Ich lege Fakten vor, möchte mir aber nicht erlauben, die damaligen Ereignise zu bewerten. Die Geschichte lässt einem manchmal keine andere Wahl."

 

Eine Veranstaltung des Kulturreferenten für die böhmischen Länder in Kooperation mit dem Tschechischen Zentrum München

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