Vortrag und Buchvorstellung

Von Stifter bis Ebner-Eschenbach

Betty Paoli und ihr Freundeskreis

Betty Paoli, Marie von Ebner-Eschenbach und Ida von Fleischl-Marxow (von links)

Die Literaturwissenschaftlerin und Paoli-Biografin Karin S. Wozonig erkundet die Netzwerke der Lyrikerin und scharfzüngigen Journalistin im Wien des 19. Jahrhunderts.

Als Betty Paoli (1814–1894) in den 1830er Jahren zum ersten Mal auf der literarischen Bühne Österreichs in Erscheinung trat, war sie eine Sensation. Eine junge Frau, die sich mit offenherziger Liebes- und Weltschmerzlyrik zu Wort meldete und über deren adelige Herkunft gemunkelt wurde, machte neugierig. Paoli wurde in Wien zum gern gesehenen Salongast, zur Gesellschafterin literaturinteressierter Damen der vornehmen Welt und zur Freundin wichtiger Akteure der literarischen Szene. Als einflussreiche Kritikerin für große Tageszeitungen fällte sie ihr Urteil über so manchen literarischen Newcomer und weitete ihren Freundes- und Bekanntenkreis auf die Größen des Wiener Burgtheaters und auf bildende Künstler aus. Im Vortrag geht es um Paolis gesellige Begegnungen mit Franz Grillparzer und Adalbert Stifter, um ihre Freundschaft mit dem Vormärzdichter Moritz Hartmann und um ihre fördernde Rolle für Marie von Ebner-Eschenbach, kurz: Es geht um eine der bedeutendsten Netzwerkerinnen Österreichs im 19. Jahrhundert.

Karin S. Wozonig hat Vergleichende Literaturwissenschaft, Anglistik/Amerikanistik und Germanistik in Wien und Los Angeles studiert, sie ist Lehrbeauftragte am Institut für Germanistik der Universität Wien, forscht und publiziert zur deutschsprachigen Literatur des 19. Jahrhunderts und zu Literaturtheorien, schreibt Literaturkritiken und über Ratten. Sie lebt in Wien. 2024 publizierte sie Betty Paoli – Dichterin und Journalistin. Eine Biographie sowie eine Auswahl aus Paolis Werk („Ich bin nicht von der Zeitlichkeit“. Ausgewählte Werke) im Residenz-Verlag.

Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins – Kulturinstitut für die böhmischen Länder.


Uhr

Sudetendeutsches Haus
Hochstraße 8
München

Eintritt: frei