Lesung
Marek Torčík: Was die Zeit nicht nimmt

Barbora Marsicek
Ein nächtliches Gespräch mit der Mutter wird für Marek zum Ausgangspunkt einer Reise in die eigene Vergangenheit. In poetischen, eindringlichen Bildern erzählt Marek Torčík von Kindheit und Erwachsenwerden in einer tschechischen Industriestadt nach 1989, von familiären Brüchen, gesellschaftlichen Umwälzungen und der Suche nach der eigenen Identität. Als queerer Jugendlicher erlebt sein Erzähler Ausgrenzung und Gewalt – und findet dennoch Wege zu Nähe, Selbstbehauptung und Hoffnung. Mit großer literarischer Kraft schreibt Torčík über das Aufwachsen am Rand der Gesellschaft, die Nachwirkungen der politischen Wende von 1989 und den Mut, eine eigene Stimme zu finden.
Moderation: Stephanie von Oppen (Deutschlandfunk)
Lesung: Thomas Hauser
Marek Torčík, geboren 1993, schreibt Lyrik und Prosa. Er stammt aus Prerau/Přerov und lebt in Prag. Nach einem Studium der englischen Literatur und Kultur an der Karls-Universität Prag veröffentlichte er 2016 seinen Lyrikband rhizomy. Seine Texte bewegen sich an den Rändern von Erinnerung, Herkunft und Zugehörigkeit; sie verbinden große sprachliche Genauigkeit mit einer ungewöhnlichen Verletzlichkeit. Mit seinem Romandebüt Was die Zeit nicht nimmt (Rozložíš paměť, Paseka 2023) wurde Torčík zu einer internationalen Stimme, der Roman erscheint in 27 Sprachen – eine Resonanz, wie sie tschechische Literatur seit vielen Jahren nicht mehr in dieser Breite erfahren hat. Auf Deutsch erschien der Roman 2026 in der Übersetzung von Mirko Kraetsch im Anthea Verlag. Für sein Schreiben erhielt Torčík u. a. den Magnesia-Litera-Preis für Prosa und den Jiří-Orten-Preis.
Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins – Kulturinstitut für die böhmischen Länder, der Stiftung Literaturhaus und des Tschechischen Literaturzentrums.
Gefördert durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.
Im Rahmen des Projekts Servus & Ahoj München.