Lesung

Deutsch-tschechische Familiengeschichten mit Markéta Pilátová

Markéta Pilátová und Buchcover

In ihrem neuesten Roman Die Nester (Hnízda, Odeon 2025) erzählt Pilátová die Geschichte des jungen Deutschböhmen Hans aus Reichenberg/Liberec, der mit seiner Familie nach Brasilien auswandert. Ende des 19. Jahrhunderts fahren in Reichenberg bereits Straßenbahnen, in Brasilien müssen die Einwanderer aus Böhmen Nester in den Bäumen bauen, um im Urwald zu überleben. Das Buch erzählt vom unermüdlichen Kampf gegen die unbekannte Natur und von der Faszination für die neue Welt. Hans begibt sich nachts von seinem Nest aus auf schlafwandlerische Streifzüge durch den Urwald. Er begegnet einer uralten Indianerin, Jesuiten und umherziehenden Mördern und wird zu einem bekannten Botaniker, der zwischen Böhmen und Lateinamerika lebt.

Lesung und Gespräch mit Markéta Pilátová bei Kaffee und Brezeln. Moderation: Zuzana Jürgens

Markéta Pilátová, geboren 1973 in Kremsier/Kroměříž, tschechische Schriftstellerin, Journalistin und Übersetzerin, lebt in Prag und Groß Ullersdorf/Velké Losiny. Sie studierte Romanistik und Geschichte an der Philosophischen Fakultät der Palacký-Universität Olmütz/Olomouc. Mehrere Jahre unterrichtete sie Tschechisch für Nachfahren der tschechischen wie auch der deutschböhmischen Exulanten in Argentinien und Brasilien. Dort begann sie zu schreiben und debütierte mit dem Roman Wir müssen uns irgendwie ähnlich sein (Wieser Verlag 2010; Žluté oči vedou domů), in dem sie europäische und lateinamerikanische Kultur verband. Zu ihren weiteren Romanen zählen Mit Baťa im Dschungel (Wieser Verlag 2020; S Baťou v džungli, Torst 2018) und Die dunkle Seite (Wieser Verlag 2022; Senzibil, Torst 2020). Sie war mehrfach für den Magnesia-Litera- und den Josef-Škvorecký-Preis nominiert. Auf Deutsch ist auch ihr Kinderbuch Maronenmatrone (Drava 2025; Bába Bedla, Meander 2021) erschienen.

Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins – Kulturinstitut für die böhmischen Länder, des Instituts für Slavische Philologie an der Ludwig-Maximilian-Universität München und des Tschechischen Literaturzentrums.

Gefördert durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

Im Rahmen des Projekts Servus & Ahoj München und Czechia 2026.

Die Veranstaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit:

Die Veranstaltung wird unterstützt von:

In Kooperation mit dem Generalkonsulat der Tschechischen Republik in München. 


Uhr

Institut für Slavische Philologie an der LMU München
Raum E 318
Geschwister-Scholl-Platz 1, München

Eintritt: frei