Filmsoiree
Zwischen zwei Heimaten
Drei Dokumentarfilme zum Thema 80 Jahre Neugablonz – 80 Jahre Vertreibung

Lenka Ovčáčková
Programm
17 Uhr: Der Bauernknecht Alois Pöchmann
Der Film zeigt das Leben des Bauernknechtes Alois Pöchmann auf einem Hof im Landkreis Illertissen im Unterallgäu. In seinem Dorf ist er der letzte Knecht auf einem Bauernhof. Pöchmann ist der Sohn von vertriebenen Bauern aus dem Böhmerwald und fing nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft an, als Knecht zu arbeiten: auf dem Hof der Familie Gossner, die im Nebenerwerb noch eine Dorfwirtschaft betreibt. Schon sein Dialekt unterscheidet den Pöchmann Alois von allen anderen in dieser überschaubaren Welt. Wenn er noch einmal auf die Welt käme, sagt er, wäre er selbst gern Bauer – und nicht nur Knecht.
Richard Blank (BR 1978, 44 min)
18 Uhr: Das Licht für die Zukunft
Ein poetischer Dokumentarfilm über drei 90-jährige Frauen, die von ihren Erfahrungen während und nach der Vertreibung berichten. Elfriede floh 1945 mit ihren Eltern und Geschwistern nach Österreich. Ewa hatte das Glück, mit Mutter, Schwester und Bruder aus dem Brünner Internierungslager nach Bayern zu entkommen. Emmas Familie wurde zwar nicht aus der Tschechoslowakei vertrieben, aber 1948 aus dem Böhmerwald ins Erzgebirge umgesiedelt, wo Vater und Bruder im Uranbergbau arbeiten mussten.
Lenka Ovčáčková (Světlo pro budoucnost, 2025, 58 min)
19:15 Uhr: Neugablonz in Altgablonz
Als verantwortlicher Redakteur für „Jetzt red i“ stößt der junge Fernsehjournalist Gerhard Losher eher zufällig auf das Phänomen des „Heimwehtourismus“. Mit der Vertriebenenproblematik bisher unvertraut, entschließt er sich, eine Busreise von Neugablonzern nach Gablonz an der Neiße mit der Kamera zu begleiten. Es ist Frühherbst 1989, und in der Tschechoslowakei herrschen unverändert die bleiernen Verhältnisse des realen Sozialismus. Noch ahnt niemand, dass in wenigen Wochen die Mauer fallen und der Eiserne Vorhang verschwinden wird.
Gerhard Losher (BR 1989, 45 min). Im Anschluss Filmgespräch mit dem Regisseur. Moderation: Christina Meinusch (Heimatpflegerin der Sudetendeutschen).
Eine Veranstaltung des Isergebirgs Museums Neugablonz in Kooperation mit der Heimatpflegerin der Sudetendeutschen und dem Kulturreferat für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein.