Vernissage
Wilhelm Hager
Von Karlsbad nach Karlovy Vary

Wilhelm Hager
1945
Der Bildhauer und Kunstmaler Wilhelm Hager (1921–2006) wurde in Karlsbad/Karlovy Vary geboren und kehrt nun mit einer Ausstellung seiner Bilder in die städtische Kunstgalerie zurück. Seine künstlerische Ausbildung begann bereits 1935 in der Staats-Fachschule für Porzellanindustrie in Karlsbad. Nach Kriegseinsatz und Vertreibung 1945 wurde er in Illingen ansässig und betätigte sich als freischaffender Künstler. Bekannt wurde er u. a. durch seine Porträtbüsten etwa von Thomas Mann, Theodor Heuss oder Hermann Hesse. Viele seiner Bilder waren deutschlandweit in Ausstellungen zu sehen. 1961/62 ermöglicht ihm die Mailänder Galerie Vinciana dann auch internationale Ausstellungen unter dem Titel 44 Bilder ohne Titel in Städten wie Rom, Paris, London und New York. Außerdem übernahm er zahlreiche Aufträge für Denkmäler, Brunnen und Skulpturen im öffentlichen Raum. Seine Arbeiten befinden sich heute u. a. in der Städtischen Galerie Stuttgart, im Schillermuseum Marbach oder in öffentlichen Sammlungen der Städte Bamberg, München oder Regensburg sowie in vielen Privatsammlungen.
In einem Brief vom 6. August 1945 schloss Wilhelm Hager seine Zeit in Karlsbad mit folgenden Worten ab:
„Es ist mir heute mein schwerster Tag, nun bin ich gestern Abend bei Eger über die Grenze. Mir war es eine traurige Fahrt, heulen hätte ich mögen, weil ich an dem Stück Erde hänge. Es ist mir so schwer gefallen, diesmal vielleicht für immer von der Heimat zu gehen.“
Eine Veranstaltung der Kunstgalerie Karlovy Vary unter der Schirmherrschaft der Oberbürgermeisterin von Karlsbad, Andrea Pfeffer Ferklová und finanziell unterstützt vom Kulturreferat für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein.