Theresa Klesper

Christina Maria Pichler
Christina Maria Pichler
Den Residenzaufenthalt möchte Theresa Klesper für die Arbeit an ihrem zweiten Gedichtband mit dem Arbeitstitel Heimat der Wimpernpferde nutzen. Zu dem Titel des Bandes schreibt sie: „Das lyrische Ich bedient sich der unverbrauchten Perspektive der Wimpernpferde. Wimpernpferde sind Beobachter von uns Beheimateten und von uns Heimatsuchenden. Sie beleuchten mit ihrem frischen und prüfenden Blick uns vermeintlich Vertrautes, sie befragen kühn und geduldig Pförtner vor verschlossenen Türen.
Wimpernpferde leben zwischen Nebel und Wind, zwischen Wiesen und Wald, am Übergang von Tag und Nacht, in den weißen Räumen zwischen den Worten hier auf diesem Blatt. Sie sind Fremde und zugleich zutiefst verwurzelte Wesen, verbunden mit dem großen Ganzen. Auch befragen sie den Kosmos als Lebensraum.“
Poesie ist für Theresa Klesper ein „regelfreier Raum, in dem Dinge verhandelt werden können, die scheinbar nicht zusammen gehören, die vermeintlich nicht nebeneinander gestellt werden können. Dabei hat die Poesie nicht den Auftrag Lösungen aufzuzeigen und dennoch hat sie das Potential dazu: neue, vielleicht ‚verrückte‘ Zusammenhänge und Perspektiven und Möglichkeiten zu eröffnen, wachzurütteln. Manchmal kann Poesie auch zerrütten: damit dann Neues entstehen kann, wir uns an ungeahnte Ideen wagen, die uns als Individuum und Gesamtgesellschaft zu heilsamen Ufern geleiten können.“ Und zu Horní Planá/Oberplan ergänzt sie: „Ich bin neugierig darauf, im Umfeld von Oberplan Stifter wieder und neu zu entdecken, mich inspirieren zu lassen.“