Vortrag

Silke Pasewalck: Rilkes Texte als Inspiration der Gegenwartsliteratur

Rilkes Texte prägen Künstlerinnen und Künstler bis heute. Dies beginnt bei Bekenntnissen, etwa wenn die US-amerikanische Sängerin Lady Gaga sich einen Auszug aus dem Brief an den jungen Dichter auf ihren Oberarm tätowieren lässt oder der norwegische Schriftsteller Karl Ove Knausgård erklärt, Rilke erst habe ihn zum Schriftsteller gemacht.

Doch welche Resonanz haben Rilkes Lyrik, seine Prosa und seine Briefe in ihrer sprachlichen Präzision und existenziellen Ernsthaftigkeit in heutigen literarischen Werken? Zum einen geschieht dies explizit, etwa wenn Lyrikerinnen und Lyriker wie Durs Grünbein, Bertram Reineke oder Ilma Rakusa Rilkes Gedichte in zeitgenössische Verse übersetzen – zusammengestellt in der Anthologie Tanzt die Orange (2025) von Jan Wagner und Norbert Hummelt.

Zum anderen zeigen sich die Rezeptionslinien aber implizit, insofern die jeweilige Poetik von Rilke inspiriert ist oder Rilke-Referenzen in literarische Texte eingeschrieben sind. Der Vortrag geht den aktuellen literarischen Rilke-Lektüren nach – und setzt diese ins Verhältnis zur ambivalenten Rezeption des Lyrikers in der deutschsprachigen Literatur nach 1945. 

Silke Pasewalck ist Germanistin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa und Vorstandsmitglied der Rilke-Gesellschaft.

Moderation: Franziska Mayer

Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Wo ist meine Heimat“ – Rilke zwischen Prag und München.

Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins – Kulturinstitut für die böhmischen Länder.


Uhr

Sudetendeutsches Haus
Hochstraße 8
München

Eintritt: frei