Lesung und Gespräch
Sudetenland: Das verlorene Paradies

Institut Paměti národa Brno
Autorenlesung aus dem Erzählband Sudety: Ztracený ráj (Sudetenland: Das verlorene Paradies, Host Verlag 2025) und offener Dialog über das Zusammenleben von Tschechen und Sudetendeutschen mit dem Schriftsteller Leoš Kyša und Jakub Šilhavík (Host Verlag).
Bereits in seinem Kriminalroman Sudetenland (2023) thematisierte Leoš Kyša – auch bekannt unter dem Pseudonym František Kotleta – das Zusammenleben von Sudetendeutschen und Tschechen. Nur ging er dabei etwas anders vor: Die Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Krieg fand hier nicht statt.
In seiner Erzählung Kamarádi (Freunde) aus dem Erzählband Sudety: Ztracený ráj ging er noch weiter in die Geschichte zurück – in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als einige von Deutschen bewohnte Grenzgebiete gegen die Eingliederung in die neu entstandene Tschechoslowakische Republik kämpften.
Moderation: Ondřej Hrabal
Die Veranstaltung findet in tschechischer Sprache statt.
Im Rahmen der Reihe „Wege zum Verständnis: Tschechen und Sudetendeutsche“. Im Mai dieses Jahres treffen sich Sudetendeutsche und ihre Nachkommen in Brünn zu ihrem jährlichen Treffen, dem Sudetendeutschen Tag. Nach fast 80 Jahren findet es zum ersten Mal auf dem Gebiet der Tschechischen Republik statt, ihrer ehemaligen Heimat.
Sudetendeutsche und Tschechen verbindet eine jahrhundertelange Geschichte enger Nachbarschaft. Das Zusammenleben wurde jedoch durch Nationalismus, den Zweiten Weltkrieg und die darauffolgende Vertreibung beendet.
Ihre kurze Rückkehr nach Brünn weckt die Hoffnung auf einen weiteren Schritt in Richtung Versöhnung und Verständigung zwischen den beiden Völkern in Mitteleuropa. Sie ruft jedoch auch negative Emotionen und Ängste hervor, die nicht selten auf falschen oder unzureichenden Informationen beruhen.
In Vorbereitung auf den Sudetendeutschen Tag in Brünn gehen wir der Frage nach, wie interessante Persönlichkeiten der tschechischen Kultur und Gesellschaft ihren Weg zur Geschichte und den persönlichen Geschichten der Sudetendeutschen gesucht haben und wohin dieser Weg sie geführt hat.
Weitere Veranstaltungen dieser Reihe: Wie entsteht das Interesse an der Vergangenheit? Deutsch-tschechische Spuren in Familien und Landschaften (12. Mai 2026) und Die Vertreibung und die „Rückkehr“ der Sudetendeutschen (20. Mai 2026).
Veranstaltet vom Adalbert Stifter Verein – Kulturinstitut für die böhmischen Länder und dem Institut Paměti národa Brno in Zusammenarbeit mit Jana Urbanovská (Masaryk-Universität)